Tipps für Spielleiter
Rolle Spielleiter. Das scheint gerade für die ersten Abenteuer, die man mit seiner Gruppe spielt, wie eine große Herausforderung. Als Spielleiter hat man eine zentrale Rolle in der Gruppe. Man leitet das Abenteuer und führt die Spieler hindurch. Das scheint auf den ersten Blick ein großer Berg Verantwortung zu sein. Wir möchten Euch an dieser Stelle ein paar kleine Tipps und Hilfsmittel an die Hand geben, um Euch so den Start ins Spielleiterleben zu erleichtern. Denn eigentlich ist das alles gar kein Hexenwerk. Schon gar nicht, mit den einfachen Regeln von ABOREA. Vielleicht findet Ihr in diesem Bericht ja den ein oder anderen hilfreichen Tipp.
Die Vorbereitung
Es empfiehlt sich, das Abenteuer für den Spieltag vorher vorzubereiten. Wie intensiv Ihr dieses tut, bleibt ganz Euch und Eurem persönlichen Stil überlassen. Vielleicht reicht es Euch schon, wenn Ihr das Abenteuer einmal gelesen habt. Je besser Ihr die Geschichte kennt, umso besser klappt es meist beim Spiel, gerade am Anfang. Macht Euch z.B. Markierungen im Text, um wichtige Passagen auf einen Blick wiederzufinden.
So behaltet Ihr auch dann den Überblick, wenn es im Spiel etwas hektischer wird.
Mit den Übersichtstabellen des Spielleiterschirms wird es gleich einfacher.
Der Spielablauf
Plant den Ablauf des Abenteuers nicht zu starr. Das ist sehr wichtig, denn die Spieler sollen Möglichkeiten haben, auf eigene Faust zu erkunden. Damit Ihr dabei wichtige Informationen an die Spieler nicht vergesst, könnt Ihr Euch zum Beispiel Karteikarten machen zu den wichtigsten Stationen in der Geschichte. So könnt Ihr beispielsweise auch NSCs festhalten.
Ganz konkret könnte dies so aussehen:
Szene: Wald
– Spur der Orks folgen
– Wurf: Spieler finden Schuh des entführten Mädchens
– Wurf: zum Folgen der Spur
– Zufallsbegegnung würfeln!
– Szenenende: Fluss
Oder
Szene: Schmiede
– Abenteurer treffen Schmiedin Magda
– Aussehen: ca. 1,70m, schlank, aber kräftige Arme, blonde Haare, eisblaue Augen, ca. 30 Jahre
– Verhalten: zunächst zurückhaltend, etwas skeptisch, gibt aber im Gespräch gerne Auskunft, mag keine Schmeicheleien
– Gibt Informationen über den letzten Aufenthalt der gesuchten Person, äußert Zweifel an der Geschichte der Bäckersfrau
Ihr könnt Eure Abenteuer mit Charakterkarten und Grafiken ausschmücken
Zugegeben, diese Art der Vorbereitung kostet Zeit. Sie bietet sich an, wenn man längere Abenteuer leitet, die vielleicht über eine Spielsitzung hinausgehen. Für unsere Kurzabenteuer braucht man wahrscheinlich keine zusätzlichen Notizen.
Wichtig ist, dass Ihr den Ablauf des Abenteuers so offen wie möglich haltet und den Spielern die Möglichkeit gebt, die verschiedenen Stationen frei zu durchlaufen. Dies kann bedeuten, dass man in verschiedenen Szenen etwas länger braucht. Wenn der Schlüssel zum Keller im Haus der Schmiedin zu finden ist, die Spieler aber erst das Haus der Bäckerin durchsuchen, laufen Sie vielleicht mehrmals hin und her. Aber gebt den Spielern diese Möglichkeit. Schmückt auch eventuell falsche Stationen aus. Das kann spontan passieren. Ein Spieler hat die Idee, den Stall genauer zu untersuchen. Dort sind keine Informationen zu finden, aber beschreibt den Stall, lasst den Spieler suchen und würfeln. Wenn Ihr merkt, dass der Spielfluß ins Stocken kommt und die Spieler nicht weiter kommen, könnt Ihr z.B. in Form eines hilfreichen NPCs eingreifen und die Spieler sanft wieder auf die Fährte zurückführen. Oder Ihr verlegt den Ort des Schlüssels.
Alles im Blick
Den Überblick während des Spiels zu behalten, ist eine Herausforderung für sich. Spieler weichen vom für den Spielleiter so logischen und offensichtlichen Pfad ab. Wurde das Pergament mit dem Hinweis schon gefunden? Wieviel TP hat unser Krieger eigentlich noch?
Das kann für einen Spielleiter stressig werden.
Es ist hilfreich, die Charakterbögen der anderen Spieler zu kennen und zumindest die wichtigsten Eckdaten wie TP, Finanzen und Ausrüstung greifbar zu haben. Diese Informationen könnt Ihr zum Beispiel in einer kleinen, übersichtlichen Tabelle festhalten.
Versucht weiterhin den Überblick zu behalten, indem Ihr Euch beispielsweise Notizen macht.
„Marc hat die Schmiedin angepöbelt und die ist jetzt sauer auf die gesamte Gruppe.“
„Rationen reichen noch für einen Tag.“
„Annas Dolch ist abgebrochen.“
Ihr könnt auch einfach auf Euren Karteikarten oder auf dem Abenteuertext abhaken, wenn die Information oder der Gegenstand gefunden wurden. Wie viele Notizen Ihr Euch während des Spiels macht, bleibt natürlich Euch überlassen. Weniger ist oft mehr.
Denn hier seid nicht nur Ihr als Spielleiter in der Pflicht. Sprecht Eure Spieler darauf an und bittet sie auf einem Zettel immer aktuelle TP, Gold etc. festzuhalten. Ihr könnt die Spieler aktiv einbinden.
Auch könnt Ihr die Spieler bitten, sich wichtige Punkte aus dem Abenteuer zu notieren. Dazu können zum Beispiel Namen von NSCs, erhaltene Ausrüstung und Gegenstände gehören. So entsteht ein kleiner Reisebericht oder eine Art Tagebuch, für welches Ihr zum Beispiel auch anbieten könntet, extra Erfahrungspunkte zu vergeben. Auf diese Weise versinkt Ihr nicht in Stress und könnt Euch auf das aktuelle Spielgeschehen konzentrieren.Probiert einfach aus, wie es am Besten in Eurer Gruppe funktioniert.
Solltet Ihr Euch doch mal verzetteln, Euch eine wichtige Information durchgehen oder ähnliches, dann ist das kein Grund zur Panik. Vielleicht bietet sich ja in der nächste Szene die Möglichkeit, die wichtige Info unbemerkt nachzureichen?
Und selbst wenn das mal nicht klappt, dann ist das noch lange kein Beinbruch. Auch hier ist die Kommunikation mit Euren Spielern wichtig. Eventuell könnt Ihr eine Szene nochmal neu ansetzten?
In den meisten Fällen sorgen solche Patzer für ein Runde Lachen. Also, nehmt das einfach mit.
Seid spontan!
„Wir gehen dann jetzt runter in den Keller.“
„Was? Wieso wollt ihr da jetzt runter? Die Tür ist abgeschlossen.“
„Ja, aber unser Krieger hat eine Breitaxt. Das passt schon.“
Kurzzeitig rennt einem in so einer Situation schon mal der kalte Schweiß den Nacken runter. Auf die Idee, dass man eine einfache Holztür aufbrechen kann, war man beim Planen des Abenteuers gar nicht gekommen. Jetzt würden die Spieler aber mit dem Aufbrechen der Tür gleich im Wohnzimmer des Bösewichts landen und einen großen Teil des Abenteuers überspringen.
Wie geht man mit so einer unerwarteten Situation um?
Auch hier hat man mehrere Möglichkeiten. Im Zweifelsfall macht Ihr eine kurze Pause. „Hey, möchte noch jemand Kaffee?“ Einmal tief durchatmen und dann fallen einem bestimmt mehrere Optionen ein.
Ihr könnt die Situation einfach so mitnehmen. Was hat sich jetzt in Eurer Spielwelt verändert? Wurden wichtige Hinweise eventuell nicht gefunden, die den Spielern geholfen hätten, die Schuld des Antagonisten nachzuweisen? Was könnte dies zur Konsequenz haben? Eventuell geraten auch einige Mächte aus dem Gleichgewicht.
Der Bösewicht dürfte durch das laute Aufbrechen der Tür aufgeschreckt sein. Vielleicht entkommt er durch einen Tunnel? Oder er steht vorbereitet mit gezückter Armbrust da und feuert auf den ersten Kopf, der sich ihm entgegenstreckt.
Oft entsteht in solchen spontanen Momenten ein ganz eigene Dynamik, die sowohl Euch als Spielleiter als auch Eure Spieler ganz schön auf Trab hält. Daher die Empfehlung von uns: Lasst Euch in solchen Momenten ruhig treiben und von der Geschichte mitreißen.
Je öfter Ihr zusammen spielt, desto leichter wird es darüber hinaus natürlich auch. Ihr lernt Eure Gruppe besser kennen und das Zusammenspiel wird immer einfacher.
Wir hoffen, dass wir Euch mit diesem Blog den Einstieg als Spielleiter etwas erleichtern. Wenn Ihr weitere Fragen habt, dann schickt uns einfach eine Mail. Oder berichtet uns doch von Euren Erlebnissen als Spielleiter.
Habt Ihr weitere Ideen, dann teilt sie mit uns!



